
Großkurbelwellen für Industrie- und Energiemotoren sowie Schiffsantriebe sind groß, schwer und wertvoll. Gleichzeitig vereinen sie zahlreiche anspruchsvolle Bearbeitungsschritte. WFL führt diese Prozesse auf MILLTURN Dreh-Bohr-Fräszentren in einer durchgängigen Fertigungsstrategie zusammen - für weniger Aufspannungen, kürzere Durchlaufzeiten und mehr Prozesssicherheit.
Wenn jede zusätzliche Aufspannung zum Risiko wird
Bei Großkurbelwellen treffen hohe Bauteilwerte auf komplexe Geometrien und lange Bearbeitungszeiten. Geschmiedete Rohteile bringen zudem wechselnde Aufmaße sowie eine harte und abrasive Schmiedehaut mit. Werden Haupt- und Hublager, Kurbelwangen, Wellenenden und Bohrungen auf mehreren Spezialmaschinen gefertigt, entstehen zwischen den einzelnen Arbeitsschritten zusätzliche Rüst-, Transport- und Liegezeiten.
Mit jedem Umspannen steigt außerdem das Risiko von Lage- und Rundlaufabweichungen. Gerade bei großen und schweren Werkstücken entscheidet deshalb nicht nur die reine Zerspanungsleistung über die Wirtschaftlichkeit, sondern die gesamte Prozesskette.
Drehen, Fräsen, Bohren und Messen in einer Maschine
Die MILLTURN Komplettbearbeitung verbindet Drehen, Fräsen, Bohren, Tieflochbohren und Messen in einer Maschine. Je nach Bauteil und Ausführung lassen sich damit Hauptlager, Hublager, Kurbelwangen, Kurbelwellenenden sowie Ölkanal- und Tieflochbohrungen bearbeiten. Das Werkstück bleibt während möglichst vieler Prozessschritte in derselben Aufspannung.
Dadurch sinkt nicht nur der Handlingaufwand. Auch die Bezüge zwischen den einzelnen Geometrien bleiben erhalten, während Messoperationen direkt in den Bearbeitungsablauf eingebunden werden können. Das schafft eine belastbare Grundlage für planbare Qualität - vom anspruchsvollen Einzelteil bis zur kleinen Serie.
CRANX-Zyklen für typische Kurbelwellengeometrien
Mit dem WFL-Zyklenpaket CRANX stehen speziell entwickelte Programmbausteine für die Kurbelwellenfertigung zur Verfügung. Sie unterstützen unter anderem das Vorschruppen von Hauptlagern und Lagerrillen, das Fräsen der Wangen sowie das Verrunden von Ölkanalbohrungen. Statt wiederkehrende Geometrien vollständig neu zu programmieren, wählt der Anwender den passenden Zyklus und hinterlegt die erforderlichen Parameter.
Im CrashGuard Studio lassen sich die Bearbeitungsabläufe anschließend grafisch darstellen und vor dem ersten Span auf Kollisionsfreiheit prüfen. Gerade bei langen Werkzeugen, exzentrischen Konturen und wertvollen Werkstücken wird die digitale Vorbereitung damit zu einem wichtigen Bestandteil der Prozesssicherheit.
Leistungsstarke Vorbearbeitung mit Scheibenfräsaggregat
Für die hocheffiziente Vorbearbeitung von Kurbelwellen bietet WFL die M80CS-G MILLTURN mit integriertem Scheibenfräsaggregat. Laut WFL verfügt das Aggregat über 70 kW Antriebsleistung und ein maximales Drehmoment von 12.000 Nm bei 100 Prozent Einschaltdauer. In Stahl sind Zerspanungsvolumina von mehr als 1.350 cm³/min pro Aggregat möglich.
Die Maschine kann mit zwei unabhängig arbeitenden Bearbeitungseinheiten ausgestattet werden. Im synchronen Einsatz lassen sich beispielsweise Haupt- und Hublager gleichzeitig fräsen. Ein integrierter Messtaster unterstützt die Kontrolle direkt im Prozess. Neben zylindrischen Durchmessern können mit dem Außenfräsverfahren auch Konturen wie Anschraubflächen für Gegengewichte oder Wangenaußenkonturen bearbeitet werden.
Von der Energietechnik bis zum Schiffbau
Das Anwendungsspektrum reicht von Kurbelwellen für Pumpen und Industriemotoren über Energieerzeugungsanlagen bis hin zu großen Schiffsmotoren. Dabei ist das Konzept nicht allein auf geschmiedete Rohteile beschränkt. Auch Kurbelwellen aus Vollmaterial, wie sie beispielsweise im Pumpenbau eingesetzt werden, lassen sich auf einer MILLTURN wirtschaftlich bearbeiten.
Die passende Lösung richtet sich nicht nur nach der Länge und dem Gewicht des Werkstücks. Entscheidend sind ebenso der Rohteilzustand, die Losgröße, die erforderlichen Tieflochbohrungen und Messoperationen sowie die gewünschte Fertigungstiefe.
Die gesamte Prozesskette im Blick
Ob und in welchem Umfang sich die Komplettbearbeitung für eine konkrete Kurbelwelle lohnt, lässt sich deshalb nur anhand der gesamten Fertigungsaufgabe beurteilen. Häufig liegt das größte Potenzial nicht in einem einzelnen Bearbeitungsschritt, sondern in den vermiedenen Maschinenwechseln und den dadurch stabileren Abläufen.
Sie möchten prüfen, welches MILLTURN Konzept zu Ihrer Kurbelwellenfertigung passt? Sprechen Sie uns an. Gemeinsam betrachten wir Werkstück, Prozessfolge und Fertigungsziele und entwickeln eine passende Lösung für Ihre Anwendung.