
Automatisierung wird häufig mit großen Stückzahlen und gleichbleibenden Produktionsabläufen verbunden. Doch was passiert, wenn auf derselben Maschine neben Serien auch Kleinstserien und wechselnde Aufträge gefertigt werden?
Genau hier entsteht ein Zielkonflikt: Die Automation soll Mitarbeiter entlasten und Maschinen produktiv nutzen, gleichzeitig muss die Fertigung flexibel genug für kleinere Losgrößen bleiben. Mit dem Flexiblen Robotermodul (FRM) hat Rollwalztechnik Abele + Höltich eine Lösung entwickelt, die beide Anforderungen miteinander verbindet.
Bei Serien übernimmt das Robotermodul die automatische Bestückung der Walzmaschine, während kleinere Losgrößen weiterhin manuell gefertigt werden können. Der Wechsel zwischen beiden Betriebsarten ist innerhalb weniger Minuten möglich. Damit richtet das Konzept gerade an Fertigungen, in denen unterschiedliche Losgrößen zum Alltag gehören.
RWT FRM im Einsatz: Film ansehen
Serie automatisch, Kleinstserie von Hand
Im automatisierten Betrieb ermöglicht ein großes Bunkersystem eine Produktion über mehrere Stunden ohne Eingriff. Während das FRM die Maschine bestückt, kann der Mitarbeiter weitere Aufgaben übernehmen oder eine weitere Maschine betreuen. RWT sieht in diesem Konzept mindestens zwei Maschinen pro Werker vor.
Damit wird Automation gerade dort interessant, wo Serienfertigung und kleinere Losgrößen im Produktionsalltag nebeneinander bestehen.
Bestandsmaschinen nachträglich automatisieren
Für den Einstieg in die Automation muss nicht zwangsläufig eine neue Walzmaschine angeschafft werden. Das FRM lässt sich auch an vorhandene Walzmaschinen anbauen – selbst wenn diese von einem anderen Hersteller stammen. Damit können bewährte Bestandsmaschinen um eine automatisierte Beschickung ergänzt werden, ohne das bestehende Maschinenkonzept grundsätzlich infrage zu stellen.
Schnell zwischen Aufträgen wechseln
Eine flexible Automationslösung muss sich auch bei wechselnden Aufträgen einfach einrichten lassen. Beim FRM wird zunächst eine Programmvorlage am Touchpanel ausgewählt. Anschließend lässt sich der Roboterarm im Freedrive-Modus von Hand führen. Klassische Zellenwände sind laut RWT nicht erforderlich, sodass der Zugang zur Maschine erhalten bleibt.
Gerade bei unterschiedlichen Losgrößen können kurze Umstellzeiten darüber entscheiden, ob sich Automation auch außerhalb langer Serien sinnvoll einsetzen lässt.
Welche Werkstücke eignen sich für das RWT FRM?
Als Standardanwendungen nennt RWT unter anderem Gewinde, Verzahnungen, Rändel und Sicken. Für die Standardausführung werden Rohteile bis etwa 14 mm Durchmesser und unter 200 mm Länge angegeben. Die Taktzeit liegt variantenspezifisch bei etwa zehn Sekunden.
Werkstücke außerhalb dieser Angaben sind damit nicht automatisch ausgeschlossen. RWT prüft in diesem Fall die konkrete Anwendung und entwickelt bei Bedarf eine passende Lösung.
Flexible Automation passend zum Fertigungsalltag
Das RWT FRM zeigt, dass Automation nicht ausschließlich auf große Serien ausgerichtet sein muss. Die Kombination aus automatischer Bestückung, manueller Fertigung kleiner Losgrößen und der Nachrüstung vorhandener Walzmaschinen schafft einen flexiblen Ansatz für unterschiedliche Produktionssituationen.
Ob das Konzept zur eigenen Fertigung passt, hängt dabei vom Produktspektrum, den vorhandenen Maschinen und den jeweiligen Abläufen ab. RWT bietet hierfür eine Machbarkeitsprüfung und auf Wunsch die Fertigung von Vorserien in der eigenen Lohnfertigung an.
Sie möchten prüfen, ob sich Ihre Walzprozesse automatisieren lassen oder das RWT FRM zu Ihren Werkstücken und vorhandenen Maschinen passt? Sprechen Sie uns an – gemeinsam betrachten wir Ihre Anforderungen und finden die passende Lösung für Ihre Fertigung.
Weitere Informationen zu Rollwalztechnik Abele + Höltich und den Lösungen rund um die Rollwalztechnik finden Sie auch auf unserer Homepage.